Jugendarbeit
Prinzipien der Offenen Kinder- und Jugendarbeit
Seit ihrer Entstehung wird die Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) von grundlegenden Prinzipien getragen, die sich im Zuge gesellschaftlicher Entwicklungen bewährt haben. Ohne sie verliert die OKJA wesentlich an fachlicher Substanz.
Prinzip der Offenheit
Die OKJA versteht sich als offenes, konfessionell und politisch neutrales System. Sie reagiert flexibel auf soziokulturelle Veränderungen sowie auf unterschiedliche Lebenslagen und Lebensstile junger Menschen. Offenheit steht für Vielfalt in Angeboten, Methoden und Zielgruppen sowie für die unbürokratische Gestaltung von Freiräumen.
Prinzip der Freiwilligkeit
Alle Angebote der OKJA sind freiwillig und richten sich an Kinder und Jugendliche in ihrer freien Zeit. Dieses Prinzip stärkt die Selbstbestimmung und positioniert die OKJA als Partnerin und Ergänzung zu formalen Bildungsbereichen.
Prinzip der Partizipation
Partizipation prägt die Arbeitsweise der OKJA. Sie fördert Beteiligung, Mitwirkung und Mitbestimmung. Da Angebote freiwillig sind und Gruppenkonstellationen sich laufend verändern, müssen Themen, Ziele und Methoden fortlaufend gemeinsam mit den Beteiligten ausgehandelt und weiterentwickelt werden.
Definition der Offenen Kinder- und Jugendarbeit
Die Offene Kinder- und Jugendarbeit ist ein Teilbereich der professionellen Sozialen Arbeit mit einem sozialräumlichen Bezug und einem sozialpolitischen, pädagogischen und sozio-kulturellen Auftrag. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit begleitet und fördert Kinder und Jugendliche auf dem Weg zur Selbstständigkeit. Dabei setzt sie sich dafür ein, dass Kinder und Jugendliche im Gemeinwesen partnerschaftlich integriert sind, sich wohl fühlen und an den Prozessen unserer Gesellschaft mitwirken. Kinder und Jugendliche an den Prozessen unserer Gesellschaft beteiligen heisst: Ressourcen vor Defizite stellen, Selbstwert aufbauen, Identifikation mit der Gesellschaft schaffen, integrieren und Gesundheits-förderung betreiben. Offene Kinder- und Jugendarbeit grenzt sich von verbandlichen oder schulischen Formen von Jugendarbeit dadurch ab, dass ihre äusserst unterschiedlichen Angebote ohne Mitgliedschaft oder andere Vorbedingungen von Kindern und Jugendlichen in der Freizeit genutzt werden können. Offene Kinder- und Jugendarbeit ist monetär nicht profitorientiert und wird zu einem wesentlichen Teil von der öffentlichen Hand finanziert.